Die Biografien zu unseren Künstlern

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Serge Poliakoff


1900

wird Serge Poliakoff am 8. Januar in Moskau als dreizehntes von vierzehn Kindern geboren.

1914

Beginnt er, Zeichenunterricht in Moskau zu nehmen. Er verbringt seine Kindheit und Jugend in Moskau, wo er seine tief gläubige Mutter täglich in die Kirche begleitet. Hierauf basiert seine Faszination für die Kunst der Ikonen und sein Hang zur Meditation. Er besucht häufig seine Schwester Vera, die in Sankt Petersburg einen literarischen Salon führt und hält sich in den Ferien regelmäßig in Naltchnik im Kaukasus auf. Hier, auf dem Gut seiner Schwester Maria, entstehen seine ersten Landschaftsbilder. Der junge Poliakoff begeistert sich für Mathematik und Algebra und spielt bereits vorzüglich Gitarre.

1918 – 1919

Da die Lage in Moskau sich im Zuge der russischen Revolution zu verschlechtern beginnt, beschließt Poliakoffs Vater ihn mit seiner jüngsten Schwester und seiner Mutter auf dem Land in Sicherheit zu bringen. Auf der Zugfahrt flieht Serge Poliakoff in der Absicht, sich der weißen Armee anzuschließen. Es beginnt eine unruhige Wanderschaft durch Rußland und dem Kaukasus, die in Konstantinopel endet. Dort begleitet er ein Jahr lang seine Tante, Nastia Poliakoff, eine berühmte Sängerin, auf der Gitarre.

1923

Nachdem er zwei Jahre in ganz Europa Konzerte mit ihr gegeben hat, läßt er sich in Paris nieder. Hier bestreitet er – über fast dreißig Jahre – seinen Lebensunterhalt mit Auftritten als Gitarrenspieler in russischen Kabaretts.

1929

Arbeitet er in der Académie de la Grande-Chaumière am Montparnasse.

1931

Nimmt er zum ersten Mal an einer Kollektivausstellung in der Galerie Drouant teil.

1933

Besucht er an der Académie Frochot am Montmartre den Unterricht von Ivan Derf, Cosson und Othon Friesz.

1935

Geht er nach London, zusammen mit einer jungen Französin irischer Abkunft, Marcelle Perreur-Lloyd, die er ein Jahr später heiratet. Er schreibt sich zunächst an der Grosvenor School of Art ein, später besucht er die Slade School of Art. Ausgiebige Besuche der dortigen Museen, insbesondere die Entdeckung der ägyptischen Sarkophage im British Museum, spielen eine entscheidende Rolle bei seiner Selbstfindung.

1937 – 1939

Kehrt er nach Paris zurück, wo ihm eine erste Einzelausstellung in der Galerie Zak gewidmet wird. Er begegnet Kandinsky, besucht den „jour fixe“ von Robert und Sonia Delaunay und freundet sich mit Otto Freundlich an, dessen Persönlichkeit und Malerei ihn stark beeindrucken.

1938

beschickt er zum ersten Mal den Salon des Indépendants. Bis 1945 wird er sich regelmäßig an dessen Ausstellungen beteiligen.

1939

stellt er sein erstes abstraktes Gemälde in der Galerie Le Niveau in Paris aus.

1942

Wird sein Sohn Alexis geboren.

1945

Zeigt die Galerie l´Esquisse die erste Ausstellung mit abstrakten Bildern von Poliakoff, die zwischen 1942 und 1945 entstanden sind.

1946

Auf Drängen seines Freundes César Doméla, nimmt er neben Kandinsky, Herbin, Deyrolle und Hartung an zwei Ausstellungen der wichtigsten abstrakten Maler seiner Zeit im Centre de Recherches der Rue Cufas teil. Im gleichen Jahr stellt er in der Galerie Denise René aus. Der Vergleich seiner starkfarbigen Bilder mit persischen Teppichen in der Rezension des Kritikers Charles Estienne über den Salon des Surindépendants führt ihn in den folgenden Jahren zur Bevorzugung einer gedämpften, fast monochromen Palette. Er beteiligt sich ebenfalls am ersten Salon des Réalités nouvelles, der damals ausschließlich der abstrakten Kunst gewidmet ist. Es entsteht die erste Lithographie von Poliakoff.

1947

Erhält er de von Nina Kandinsky seit dem Vorjahr gestifteten Kandinsky-Preis zur Unterstützung der jungen abstrakten Malerei.

1948

Nimmt er an verschiedenen von der Galerie Denise René in Paris und Skandinavien organisierten Ausstellungen teil. Er stellt zum ersten Mal im Ausland, in Kopenhagen aus. Der erste öffentliche Ankauf erfolgt durch das Museum von Grenoble. Diese Anerkennung bestärkt ihn, sein nach zehn Jahren zur Reife gebrachte Malerei unablässig auf ihre verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten hin auszuloten.

1950

Stellt er in der Galerie Denise René aus. Seine Teilnahme am Salon de Mai wird von der Kritik als „wichtigstes Ereignis der Saison“ gewürdigt.

1951

Stellt er sein jüngsten Ölgemälde in der Galerie Dina Vierny und eine Serie von Gouachen in der Galerie de Beaune aus. Er beteiligt sich ebenfalls an mehreren Kollektivausstellungen in Paris, England und Japan.

1952

Ein Vertrag mit der Galerie Bing ermöglicht es ihm, seine Arbeit als Musiker aufzugeben, um sich einzig der Malerei zu widmen. Seine Ausstellungen und der Kreis seiner Sammler mahren sich. Seine Arbeiten werden zum ersten Mal in den USA in der Galerie Circle & Square in New York präsentiert. Anläßlich einer Ausstellung im Musée d´Art Moderne de Paris entdeckt Poliakoff die Arbeit von Malevitch, die ihn in seinem eigenen Schaffen bekräftigt: sie zeigt ihm, daß auch dort, wo die Farbe nicht mehr vorhanden ist, ein Bild lebendig bleibt, wenn die Materie vibriert.

1953 – 1954

Findet eine große Wanderausstellung durch Belgien statt. Seine Werke werden in Lüttich, Brüssel und Verviers gezeigt; die Kritiken sind enthusiastisch. Der Erfolg setzt sich im nächsten Jahr mit zahlreichen Ausstellungsbeteiligungen fort, darunter eine Einladung an der Ausstellung Tendances actuelles de L´Ecole de Paris in Bern mitzuwirken.

1955

Stellt er in der Galerie Knoedler in New York aus.

1956

Bekommt er den Lissone-Preis. In der Reihe Le Musée de Poche erscheint die erste Monographie über den Maler.

1957

Es entsteht die erste Radierung von Poliakoff.

1958

Dieses Jahr bildet einen Höhepunkt in der Karriere des Künstlers mit zahlreichen Einzelausstellungen in französischen, schweizerischen, skandinavischen, deutschen und englischen Museen. Er entwirft das Bühnenbild für das Ballet Contrepoint mit der Musik von Marius Constant und der Choreographie von Roland Petit. Auf dem Rückweg aus Italien, wo er die Scrovegni-Kapelle in Padua und die Mosaiken von Ravenna bewundert hat, besichtigt er die Höhle von Lascaux; drei Orte, die ihn zutiefst beeindrucken.

1960

Findet in der Berner Kunsthalle eine Ausstellung mit 137 Bildern von Poliakoff statt.

1962

Beginnt die Zusammenarbeit mit Franz Larese und Jürg Janett, Leiter der Galerie im Erker in St. Gallen. In der Druckerei der Galerie schafft Poliakoff zwischen 1962 und 1969 eine ganze Reihe von Lithographien. Der Künstler erhält die französische Staatsbürgerschaft und ist mit einem eigenen Saal auf der Biennale von Venedig vertreten.

1965

Erhält er den Internationalen Preis der Biennale von Tokio. Aufgrund eines erneuten Herzanfalls – den ersten hatte Poliakoff 1957 erlitten – wird dem Künstler für mehrere Monate jegliche Anstrengung verboten: er malt hauptsächlich kleine Formate.

1966

Erhält er den Großen Preis der Biennale von Menton. Eine umfangreiche Retrospektive würdigt sein Schaffen im Kunstmuseum St. Gallen.

1968

Zeigt die Maison de la Culture in Caen die erste Poliakoff-Retrospektive in Frankreich.

1969

Am 12. Oktober stirbt Serge Poliakoff in Paris während den Vorbereitungen zu einer Ausstellung im Musée d´Art Moderne von Paris, die 1970 posthum stattfinden wird.

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catalogue raisonne band 5 serge poliakoff

Catalogue Raisonné V

Werksverzeichnis der Gemälde
Serge Poliakoffs von 1966–’69

Französisch / Englisch.
594 Seiten
Autor: Alexis Poliakoff
Herausgegeben: Juli 2016

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